Sexualtherapie

Kein Sex mehr: 8 Tipps von Sexualtherapeuten

Im Bett läuft es nicht mehr so gut und Sie spielen mit dem Gedanken, eine Sexualtherapie zu machen? Diese Dinge kann Ihnen ein Therapeut schon vorher sagen

Sexualtherapien werden oft nachgesagt, der letzte Notnagel zu sein, bevor die Beziehung in die Brüche geht. Alles Quatsch, wenn man Sexualtherapeuten glaubt. Es gibt allerdings einige Dinge, die Sie laut Experten vor einer Therapie wissen sollten.

Sexualtherapie soll bei Schwierigkeiten mit dem Sexualleben oder bei krankheitswertigen Störungen helfen, die sich im Sexualverhalten und/oder im sexuellen Erleben äußern, beispielsweise bei Abnahme des sexuellen Verlangens (der Sexuellen Appetenz bei einer Appetenzstörung)

Medizinische Gründe

Ein eingeschlafenes Sexleben kann auch ganz andere Gründe haben, womit ein Therapeut nicht helfen kann. „Viele Paare wissen nicht, dass Probleme im Bett auch durch eine Krankheit entstehen können.“ erklärt Dr. Pepper Schwartz, Sexualtherapeutin an der Washington Universität. „Wenn die Beziehung intakt ist, Frauen aber plötzlich keine Lust mehr auf Sex haben (und das länger als sechs Monate), hat das wahrscheinlich medizinische Gründe.“ Sexualtherapeuten können anhand einer Checkliste schon in der ersten Sitzung herausfinden, ob das Problem einen medizinischen oder beziehungstechnischen Hintergrund hat.

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Die richtige Kommunikation

Dass eine gesunde Kommunikation das A und O in einer Beziehung ist wissen wir bereits. Deswegen empfehlen Therapeuten auch jedem Paar, zuerst gemeinsam, offen über das Problem zu sprechen und so zu versuchen, eine Lösung zu finden. Wenn Sie Probleme haben, mit Ihrem Partner offen darüber zu sprechen, kann es auch bei einer Therapie schwierig werden. Ein Experte kann das Gespräch zwischen Ihnen und Ihrem Partner nicht übernehmen, sondern nur Tipps und Hausaufgaben geben, wofür ein offenes Verhältnis zu Ihrem Partner zwingend notwendig ist. „Sprechen Sie mit Ihrem Partner in einer angenehmen Situation. Zum Beispiel morgens bei einer Tasse Kaffee, bei einem schönen Spaziergang oder wenn Sie abends im Bett kuscheln.“ empfiehlt Shannon Chavez, Sexualtherapeutin aus den USA.

Video Erklärung zu Sexualtherapie

Sie fühlen sich von anderen Männern angezogen

Keine Angst, das ist normal. Auch wenn Sie glücklich verliebt sind, kann es sein, dass Sie andere Männer sexuell attraktiv finden. „Mit einem Partner eine feste Bindung einzugehen, unterdrückt nicht automatisch unsere Sehnsüchte,“ sagt Shadeen Francis, Ehe- und Familientherapeutin. „Wenn Sie sich vor Ihrer Beziehung von anderen Männern angezogen gefühlt haben, wird sich das höchstwahrscheinlich nicht ändern. Solange es nur eine Anziehung ist und Sie nicht das Bedürfnis haben, Ihren Partner zu betrügen, sollten Sie das Flirten genießen.“

Psst: Das sind die häufigsten Mythen über Paartherapien

Welche Ziele verfolgt die Sexualtherapie?

Auch wenn die Gründe, weshalb Paare Hilfe in der Sexualtherapie suchen, verschieden sind, so ist die Aufgabe des Therapeuten gleich. Er gibt den Paaren Hilfestellung, damit sie ihre Situation aus einer anderen Perspektive betrachten und erleben können. Geschehenes soll begreifbar und verarbeitbar gemacht werden. Die Ziele der Sexualtherapie sind daher:

  • Intensivierung der Beziehungs- und Liebesfähigkeit
  • Bewusstheit der eigenen Bedürfnisse
  • Individuation in der Partnerschaft
  • Steigerung der sexuellen Erlebnisfähigkeit

  • Denn sexuelle Energie ist gleichzeitig auch Lebensenergie, welche – wenn sie eingeschlafen ist – durch eine Sexualtherapie wiedererweckt werden kann.

    Den richtigen Therapeuten finden

    Bei einer Sexualtherapie ist es enorm wichtig, dass Sie und Ihr Partner sich bei dem Therapeuten wohlfühlen. Nur so können Sie sich komplett auf die Therapie einlassen und offen über Ihr Problem sprechen. Nehmen Sie sich in der ersten Therapiesitzung Zeit, Fragen zu stellen, um herauszufinden, ob Sie mit den Behandlungsmethoden Ihres Therapeuten zufrieden sind. „Sehen Sie die erste Sitzung als ein Einschätzungsgespräch für Sie und den Therapeuten. Am Ende der ersten Sitzung sollten Sie wissen, ob der Therapeut das Richtige für Sie ist und ob sein Therapieplan zu Ihren Vorstellungen passt.“

    Ihren Partner nicht verurteilen

    Auch wenn Ihr Partner sexuelle Fantasien hat, die Sie nicht teilen, sollten Sie ihn dafür nicht kritisieren. Gespräche über Sex sind in vielen Beziehungen ein rotes Tuch und kosten Überwindung. Wenn sich einer der Partner auch noch eingeschüchtert fühlt, werden die Hemmungen, darüber zu sprechen, größer und das Problem lässt sich nicht lösen. „Wenn Ihr Partner etwas anspricht, das Sie eigentlich nicht ausprobieren möchten, sprechen Sie freundlich und offen mit ihm darüber. Oder überwinden Sie sich und probieren es einfach mal aus“, empfiehlt Carla Rosinski, Sexualtherapeutin.

    Probleme nicht zu lange aufliegen lassen

    Wenn Sie merken, dass es im Bett nicht mehr optimal läuft und Sie unzufrieden sind, sollten Sie das Problem schnellstmöglich ansprechen und nicht warten. „Manchmal vergehen Jahre, bis sich Paare dazu entscheiden, das Problem zu behandeln. Oft ist es dann schon zu spät und auch als Experte sehr schwierig, das Problem zu lösen“, erklärt Schwartz.

    Sie müssen sich wohlfühlen

    Eine Sexualtherapie soll helfen, Ihrem Sexleben wieder neuen Schwung zu verleihen, damit Sie wieder Spaß an der Sache haben. Sie sollten sich nicht gezwungen fühlen, Dinge zu ändern, die Ihnen unangenehm sind. „Der Vorteil einer Sextherapie ist, Ihnen Dinge näher zu bringen von denen Sie vorher nichts wussten und Ihnen Tipps zu geben, auf die Sie vorher vielleicht nicht gekommen wären.“ sagt Chavez. Geben Sie einer Therapie Zeit – oft braucht es einige Sitzungen, bis man seinem Therapeuten vertraut und sich fallen lassen kann.

    Kolumne: Zum ersten Mal beim Paartherapeuten

    Sex planen

    Auch wenn es komisch und ziemlich unromantisch klingt: Machen Sie mit Ihrem Partner „Sex-Dates“ aus und markieren Sie diese im Kalender. Experten sind der Meinung, dass ein konkreter Termin der Schlüssel für ein tolles Sexleben sein kann. „Geplanter Sex kann genauso erotisch, leidenschaftlich und angenehm sein wie spontaner Sex. Man hat plötzlich etwas worauf man sich freut und es kommt nichts dazwischen, schließlich steht der Termin fest“, sagt Francis.


    Fragen und Antworten zu Sexualtherapie

    Systemische Therapie, Sexualtherapie und Paartherapie wird trotz der hohen Wirksamkeit nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
    Während einer Sexualtherapie werden die verschiedensten sexuellen Störungen und Probleme genauestens unter die Lupe genommen und genauestens analysiert. Hier wird erörtert, welche Störungen vorliegen, was die Ursache ist und wie die Lebensgeschichte der Betroffenen und das Sexualleben im Augenblick ist.
    Sexualtherapie soll bei Schwierigkeiten mit dem Sexualleben oder bei krankheitswertigen Störungen helfen, die sich im Sexualverhalten und/oder im sexuellen Erleben äußern, beispielsweise bei Abnahme des sexuellen Verlangens (der Sexuellen Appetenz bei einer Appetenzstörung).
    Für Paare ist eine Sexualtherapie beispielsweise sinnvoll, wenn sie gerne lustvolleren Sex miteinander leben würden, das aber aktuell nicht hinkriegen. Konflikte entstehen häufig, wenn zu große Unterschiede im Begehren, in sexuellen Vorstellungen und Vorlieben zwischen den Partnern zu bestehen scheinen
    Die systemische Sexualtherapie greift das auf und stellt das erotische Potential der beiden Partner, ihre unterschiedlichen sexuellen Profile und die sich daraus ergebende Paardynamik in den Mittelpunkt. ... 2004), entwirft die Grundzüge und Methode einer systemischen Sexualtherapie.
    Wer übernimmt die Kosten einer Paartherapie? Da Paar- und Familientherapie nicht zur Psychotherapie zählen, werden die Kosten auch nicht von den gesetzlichen oder privaten Krankenkassen übernommen. Eine Ausnahme ist möglich, wenn einer der Partner unter einer psychischen Störung mit Krankheitswert
    Wer übernimmt die Kosten einer Paartherapie? Da Paar- und Familientherapie nicht zur Psychotherapie zählen, werden die Kosten auch nicht von den gesetzlichen oder privaten Krankenkassen übernommen. Eine Ausnahme ist möglich, wenn einer der Partner unter einer psychischen Störung mit Krankheitswert
    Manchmal geht es auch darum, eine Trennung zu ermöglichen. ... Auch eine konstruktive Trennung kann hilfreich sein und wird in der modernen Ergebnisforschung entsprechend bewertet. Vereinfacht gesagt, sind etwa zwei Drittel der Paartherapien erfolgreich, das heißt etwa 66 von 100 Paaren erleben irgendeine Verbesserung.


    Beratender Experte

    Professor Dr. Christian Stief ist Facharzt für Urologie. Er habilitierte sich 1991 an der Medizinischen Hochschule Hannover. Seit 2004 steht er als Direktor der Urologischen Klinik des Klinikums der Universität München vor. Er ist Herausgeber mehrerer deutsch- und englischsprachiger wissenschaftlicher Bücher und war von 2006 bis 2012 Mitherausgeber der Fachzeitschrift European Urology. Seit 2018 ist er Mitglied des Medizinausschusses des Wissenschaftsrates der Bundesregierung und der Bundesländer.


    Wissenschaftliche Standards:

    Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.


    Medizinisch geprüft von:

    Dr. Nadia Schendzielorz ist seit 2016 Apothekerin. Sie schloss ihr Studium der Pharmazie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn ab. Im Anschluss arbeitete sie an ihrer Dissertation an der Universität von Helsinki in Finnland und promovierte erfolgreich im Fachbereich Pharmakologie.


    Letzte Änderung: 3 Juli 2020


    Quellen:

    Literatur

  • Thure von Uexküll: Psychosomatische Medizin. 2003, ISBN 3-437-21830-1, S. 727–740.
  • Hans-Jürgen Möller: Therapie psychischer Erkrankungen. 2006, ISBN 3-13-117663-6, S. 993–1014.
  • Hans Ulrich Schmelz: Facharztwissen Urologie. 2006, ISBN 3-540-20009-6.
  • Paul Kochenstein: Ratgeber Sexualität. 4., erw. Auflage. Klinkhardt Verlag, 2006, ISBN 3-7815-1459-5.
  • Michael Lukas Moeller: Die Wahrheit beginnt zu zweit – Das Paar im Gespräch. (Lern- und Übungsbuch). 2003, ISBN 3-499-60379-9.
  • Eva Margolies: Der Mann und seine sexuellen Probleme. 1996, ISBN 3-8225-0352-5.
  • Diana Richardson: Zeit für Liebe. ISBN 3-936360-11-1.

  • Fachliteratur

  • K.M. Bachmann, W. Böker (Hrsg.): Sexueller Missbrauch in Psychotherapie und Psychiatrie. 1994, ISBN 3-456-82485-8.
  • Klaus Beier: Lust in Beziehungen – Therapieleitfaden. 2004, ISBN 3-540-20071-1.
  • Klaus Beier et al.: Sexualmedizin. 2001, ISBN 3-437-51086-X.
  • Ulrich Clement: Systemische Sexualtherapie. 2004, ISBN 3-608-94398-6.
  • Helen Singer Kaplan: Sexualtherapie bei Störungen des sexuellen Verlangens. 2006, ISBN 3-13-117972-4.
  • Helen Kaplan: Sexualtherapie – Ein neuer Weg für die Praxis. (Stuttgart 1979) 1990, ISBN 3-432-90262-X.
  • Robert Kovarik: Sexologische Balneotherapie – Kurortbehandlung sexueller Störungen. 2010, ISBN 978-0-557-50746-7.
  • Luise Reddemann: Imagination als heilsame Kraft. Behandlung von Traumafolgen, 2002, ISBN 3-608-89708-9.
  • Franz Ruppert: Liebe, Lust und Trauma: Auf dem Weg zur gesunden sexuellen Identität. Kösel Verlag, München 2019, ISBN 978-3-466-34743-8.
  • Volkmar Sigusch: Praktische Sexualmedizin. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln 2005, ISBN 3-7691-0503-6.
  • Volkmar Sigusch (Hrsg.): Sexuelle Störungen und ihre Behandlung. 4., erw. Auflage. Georg Thieme, Stuttgart/New York 2007, ISBN 3-13-103944-2.
  • Bernhard Strauß: Psychotherapie bei sexuellen Störungen. 2004, ISBN 3-13-108792-7.
  • Uwe Hartmann: Therapie sexueller Störungen: ein Zukunftsfeld der Psychologischen Psychotherapie? (PDF) in: Psychotherapeutenjournal 2006-04.
  • Diana Ecker, Brigitte Scheidt: Sexualität und Krankheit: Die Last mit der Lust. Verlag Dr. Kovac, Hamburg 1998, ISBN 978-3-86064-853-7.

  • Fachzeitschriften

  • Beiträge zur Sexualforschung
  • Zeitschrift für Sexualforschung, Thieme-Verlag, ISSN 0932-8114
  • Sexuologie – Zeitschrift für sexualmedizinische Fortbildung und Forschung, Urban & Fischer, ISSN 0944-7105

  • Medien

  • Audiovisuelle Hilfsmittel in der Sexualtherapie, Magnus-Hirschfeld-Archiv