Sexuelle Dysfunktion

Was hilft bei sexuellen Funktionsstörungen?


Was hilft bei sexuellen Funktionsstörungen?


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WAS SIND SEXUALSTÖRUNGEN BEI FRAUEN?

Sexualität ist für das körperliche und seelische Wohlbefinden jedes Menschen von großer Bedeutung. Viele Paare sehen sich allerdings einem zunehmenden Leistungsdruck hinsichtlich ihres sexuellen „Funktionierens“ ausgesetzt. Zum Teil sind es die Medien, die einen Mythos immer währender Leidenschaft und das Bild eines idealen Sexualpartners vermitteln. So offen und häufig dort über sexuelle Themen gesprochen wird, so sprach- und hilflos gehen viele Paare mit ihren eigenen Problemen im Schlafzimmer um. Versagensängste, gegenseitige Schuldzuweisungen oder der Rückzug des Partners können einen Kreislauf in Gang setzen, der zur Entwicklung einer Sexualstörung führt.

Ab wann eine Sexualstörung vorliegt, lässt sich nicht ohne weiteres sagen. Die Bandbreite der „normalen“ Sexualität ist groß – der Übergang zu einer sexuellen Störung fließend. Viele Faktoren beeinflussen das sexuelle Empfinden. Vor allem bei Frauen können Anspannung, Stress, Müdigkeit, Angst, Unsicherheit, körperliche Erkrankungen oder Probleme in der Partnerschaft dazu führen, dass sie die Lust am Sex verlieren.


Sexuelle Störungen bei Frauen – Definition


SEXUALSTÖRUNGEN DER FRAU WENIG ERFORSCHT

Im Gegensatz zu Sexualstörungen bei Männern sind sexuelle Störungen bei Frauen bislang noch wenig ins Interesse von Forschung und Öffentlichkeit gerückt. Dabei scheinen Frauen insgesamt sogar noch häufiger an sexuellen Problemen zu leiden als Männer. Befragungen belegen, dass sexuelle Probleme zumindest vorübergehend bei etwa 43% der Frauen auftreten, wobei es sich nicht automatisch um behandlungsbedürftige Funktionsstörungen handelt. Für den Arzt sind vor allem der individuelle Leidensdruck und der Grad zwischenmenschlicher Schwierigkeiten entscheidende Kriterien für die Diagnose.

Die häufigsten Sexualstörungen sind ein mangelndes Interesse an Sex, Orgasmusschwierigkeiten und unangenehme Empfindungen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Fast jede dritte Frau berichtet, dass sie zumindest für eine gewisse Zeit kein Verlangen nach sexueller Aktivität hat. Bei ca. 11% der Frauen treten Störungen der sexuellen Erregung auf. Etwa jede 4. Frau hat Orgasmushemmungen, 5% geben an, noch nie einen Orgasmus erlebt zu haben. Um die 10% der Frauen empfinden Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs und ein noch größerer Anteil gibt an, den Sex als unangenehm zu empfinden.

Sexuelle Störungen stellen häufig eine große Belastung für die partnerschaftliche Beziehung dar. Bei einigen Frauen führen negative Erfahrungen erst zur Entwicklung eines größeren Problems, und der Rückzug vor dem Partner setzt einen Teufelskreislauf in Gang. Ist der individuelle Leidensdruck sehr groß, kann dies zu erheblichen Selbstzweifeln bis hin zur Entwicklung einer Depression führen. Häufig nehmen Frauen erst dann professionelle Hilfe in Anspruch, wenn eine Partnerschaft zu zerbrechen droht. Viele wissen nicht, an wen sie sich mit ihren Problemen wenden können oder schweigen aus Angst oder Scham. Der Frauenarzt oder die Frauenärztin sollte bei ernstzunehmenden sexuellen Problemen immer die erste Anlaufstelle sein.


Sexuelle Störungen bei FrauenTherapie


SEXUALSTÖRUNGEN: URSACHEN

Einer sexuellen Störung können viele Ursachen zu Grunde liegen. Meist ist nicht ein einziger Faktor für eine sexuelle Funktionsstörung verantwortlich, es handelt sich vielmehr um das Zusammenwirken verschiedener psychischer oder körperlicher und psychischer Faktoren. Häufig setzen sich Betroffene selbst unter einen starken Leistungsdruck, so dass sie unter Ängsten in Bezug auf die eigene Sexualität leiden oder eine überkritische Haltung gegenüber ihrem eigenen Körper einnehmen. Einige Studien zeigen, dass ein niedriges Selbstwertgefühl, ein negatives Selbstbild, Stimmungslabilität, und eine Neigung sich Sorgen zu machen, oft mit der Angabe eines wenig befriedigenden Sexuallebens einhergehen. Die Störung entwickelt sich dabei in einem dynamischen Prozess, der auch durch die Reaktionen des Partners beeinflusst wird.

Ein mehrmaliges „Versagen“ beim Geschlechtsakt kann einen Teufelskreis in Gang setzen. Ausgelöst durch Ängste, religiöse oder kulturelle Vorurteile, durch körperliche Faktoren, Krankheiten oder ein geringes Selbstwertgefühl funktioniert es im Bett nicht so, wie es soll. Auch eine tatsächliche oder lediglich vermutete Kränkung durch den Partner kann hierfür verantwortlich sein. Gelingt der Geschlechtsverkehr einmal nicht wie erwartet, entsteht ein Druck, es das nächste Mal besser zu machen. Dies kann eine hohe Erwartungsangst auslösen und zu einem erneuten Versagen führen. Bei mangelnder Aussprache zwischen den Partnern, kann sich ein Vermeidungsverhalten entwickeln, das zu einer dauerhaften Störung des Sexuallebens führt. Auch Krisensituationen oder Konflikte in der Beziehung können bei der Entstehung einer sexuellen Störung eine große Rolle spielen.

Früher wurde ein geringes sexuelles Verlangen oder Genuss mit dem Begriff der „Frigidität“ (lateinisch von frigidus = kalt, kühl), also einer Gefühlskälte, bezeichnet. Um nicht als frigide zu gelten, täuschen manche Frauen einen Orgasmus vor. Der Ausdruck „frigide“ wurde abwertend und verletzend benutzt, wenn eine Frau den sexuellen Ansprüchen ihres Partners nicht entgegen kam und wird heute nicht mehr verwendet. Er trifft auch keine der sexuellen Störungen im Kern, denn eine Frau kann sehr wohl ein sexuelles Verlangen haben, das jedoch aus Angst vor Schmerzen oder erhöhten Erwartungen des Partners beeinträchtigt ist. Oder sie kann mit einem bestimmten Partner nicht zur sexuellen Erregung kommen, wohl aber bei der Selbstbefriedigung. Was sich hinter sexuellen Schwierigkeiten verbirgt, ist oft ein vielschichtiges Problem.

Daneben sind aber auch körperliche und seelische Erkrankungen wie Stoffwechselkrankheiten, Hormonmangel oder Depressionen an der Entstehung sexueller Störungen beteiligt. Sie können dafür verantwortlich sein, dass Frauen im wahrsten Sinne des Wortes die Lust verlieren.

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SEXUALSTÖRUNGEN: RISIKOFAKTOREN

Neuere Untersuchungen zeigen, dass Sexualstörungen bei Frauen mit ähnlichen Risikofaktoren verbunden sind, wie bei Männern. Dazu gehören Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Depressionen. Ein regelmäßiger Gesundheitscheck ist daher zu empfehlen.

Psychische Erkrankungen können ebenfalls einen Risikofaktor darstellen. Allerdings gibt es keine bestimmte psychische Störung, die in jedem Fall zur Entwicklung einer sexuellen Funktionsstörung führt. Dennoch sind Beeinträchtigungen der Sexualität durch psychische Erkrankungen möglich.

SEXUALSTÖRUNGEN: ERSTE ANZEICHEN

Probleme im Bett sind keine Seltenheit, sehr vielen ist das Reden über Sex aber grundsätzlich unangenehm. Ab wann eine sexuelle Störung vorliegt und was noch im Bereich des „Normalen“ liegt, lässt sich im Allgemeinen nicht sagen. Ein vorübergehendes Nachlassen der sexuellen Lust ist noch kein Grund zur Besorgnis. Nur wenn das Sexualverhalten langfristig beeinflusst wird und Betroffene stark darunter leiden, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

Ein sicheres Zeichen für das Vorliegen einer sexuellen Funktionsstörung sind sexuell bedingte Schmerzen vor oder beim Geschlechtsverkehr oder ein vaginaler Muskelkrampf, der das Eindringen des Penis unmöglich macht. Weniger eindeutig ist eine gestörte Libido zu erkennen. Betroffene, die an einer Störung ihres sexuellen Verlangens leiden (sexuelle Appetenz), berichten, dass sie kaum bzw. keine sexuellen Phantasien oder Bedürfnisse haben. Im Extremfall besteht eine völlige Abneigung gegen Sexualität (sexuelle Aversion).

Noch schwieriger ist es, eine Orgasmusstörung zu erkennen, da ein natürlicher Orgasmus in vielen Variationen auftreten kann. Ist eine Frau trotz ausreichender sexueller Erregung und Stimulation auf unterschiedlichste Weise nicht fähig, einen Orgasmus zu bekommen, deutet dies auf eine Orgasmusstörung hin.

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SEXUALSTÖRUNGEN: KRANKHEITSBILD

Die Klassifikation sexueller Störungen (Dysfunktionen) wurde auf der Grundlage des Drei-Phasen-Modells von Helen Kaplan erarbeitet. Sie teilt die sexuelle Reaktion in drei Phasen ein: die Phase des sexuellen Verlangens (Appetenz), die Erregungsphase und die Orgasmusphase. Entsprechend können in jeder Phase Störungen der Sexualität auftreten. Gynäkologen unterscheiden folgende Störungen:

Störung des sexuellen Verlangens: Lustlosigkeit (Libidostörung)

Störung der sexuellen Erregung: Probleme, bei der Stimulation zu einer Erregung des Genitale zu gelangen oder diese aufrecht zu erhalten; dazu zählt auch eine trockene Scheide (Lubrikationsstörung)

Orgasmusstörung: Ausbleiben des Orgasmus nach sexueller Stimulation oder wiederholte Orgasmusschwierigkeiten
Störung durch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr: genitale Schmerzen bei normal verlaufender Erregungsphase (Dyspareunie) oder Muskelkrampf der Vaginalmuskulatur (Vaginismus) sowie unzureichendes Feuchtwerden der Scheide (Lubrikationsstörung)
Frauen, die glauben, an einer sexuellen Funktionsstörung wie einer Libidostörung, einer Orgasmusstörung, dem Vaginismus oder einer Dyspareunie zu leiden, sollten auf jeden Fall ärztliche Hilfe suchen.

LIBIDOSTÖRUNG (APPETENZSTÖRUNG)

Störungen der sexuellen Appetenz schließen sexuelle Erregung oder Befriedigung nicht aus, bedeuten aber, dass sexuelle Aktivitäten seltener initiiert werden. Unter einer Libidostörung leidende Patientinnen haben häufig keine eigenen Körpererfahrungen durch Masturbation gemacht und kennen daher den damit verbundenen sexuellen Lustgewinn nicht. Durch frühkindliche Erfahrungen oder antisexuelle Erziehung haben sie meist Ängste vor dem eigenen Körper entwickelt. Bei einigen Frauen besteht sogar ein regelrechter Widerwille gegen eine sexuelle Beziehung.

Eine durch äußere Faktoren wie Stress oder sich verändernde Lebensumstände auftretende Unlust sowie ein situations- oder zyklusabhängiger Libidoverlust sind dagegen nicht als Appetenzstörung anzusehen. Es handelt sich nur dann um eine behandlungsbedürftige Störung, wenn die Probleme dauerhaft auftreten. Meist ist bei den Betroffenen eine unbewusste Abwehrreaktion vorhanden, organische Ursachen sind selten.

ERREGUNGSSTÖRUNG (EXZITATIONSSTÖRUNG)

Bei Störungen der sexuellen Erregung kommt es zu einem Versagen der genitalen Reaktion, das heißt es bildet sich trotz sexueller Stimulation nur wenig oder gar keine Scheidenflüssigkeit. Neben dieser körperlichen Symptomatik klagen Betroffene auch über den Mangel eines subjektiven Gefühls von Erregung und Lust.

ORGASMUSSTÖRUNG

Grundsätzlich kann jeder Mensch zum Orgasmus kommen, bei Frauen ist die Orgasmusfähigkeit allerdings störanfälliger als bei Männern und in vielfältiger Weise von der psychischen und partnerschaftlichen Situation abhängig. Insgesamt ist das Erlangen einer normalen Orgasmusfähigkeit eine Art Lernprozess, bei dem die Frau ihren eigenen Körper und seine Stimulation erkundet.

Eine Orgasmusstörung kann den Zeitpunkt oder das subjektive Erleben des Orgasmus betreffen. Entweder tritt nach einer Phase der sexuellen Erregung bei den Betroffenen der Orgasmus stark verzögert oder aber gar nicht auf. Manche Frauen können nicht beim Geschlechtsakt, sondern nur durch Masturbation, manuelle oder orale Befriedigung zum Orgasmus kommen, was heute als normale Variation weiblicher Sexualität angesehen wird und nicht als Orgasmusstörung.

Wenn eine Frau nicht zu einem Orgasmus kommen kann, sprechen Gynäkologen von einer Anorgasmie. Sie kann primär auftreten, dass heißt, dass die Frau noch nie in ihrem Leben einen Orgasmus erlebt hat. Tritt sie sekundär auf, ist die Orgasmusfähigkeit verloren gegangen. Daneben kann eine Anorgasmie auch situativ vorhanden sein, etwa nur mit einem bestimmten Partner. Auch ein geburtstraumatischer Defekt kann eine Ursache sein. Die Ursachen der Anorgasmie sind häufig Verhaltensfehler, Hemmungen, Persönlichkeitsängste oder Partnerprobleme. Insgesamt sind körperliche Erkrankungen eher selten die Ursache einer Orgasmusstörung – sie geht meist auf psychische Faktoren zurück.

SCHMERZEN BEIM Geschlechtsverkehr (DYSPAREUNIE)

Nicht wenige Frauen klagen über Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Hat eine Frau ausreichend Lust auf Sexualverkehr, wird dafür aber nicht „feucht“ genug, kann der Sexualakt für sie unangenehm oder schmerzhaft sein. Treten Schmerzen seit dem ersten Geschlechtsverkehr auf, könnte es sich um eine Missbildung im Bereich der Geschlechtsorgane handeln, bei Frauen aus anderen Kulturkreisen aber auch um eine früher erfolgte Beschneidung.

Später auftretende Schmerzen können eine Vielzahl organischer Ursachen haben. Dazu gehören Entzündungen im Genitalbereich, Zysten an den Eierstöcken, Verwachsungen nach gynäkologischen Operationen oder Geschlechtskrankheit. Kann eine körperliche Erkrankung ausgeschlossen werden, können auch psychische Blockaden die Ursache sein.

Eine besondere Form der Dyspareunie ist der so genannte Vaginismus. Darunter versteht man die unwillkürliche Anspannung der Muskulatur im unteren Bereich der Vagina, sobald ein Finger, ein Tampon oder ein Penis eingeführt werden soll. Betroffene Frauen verkrampfen sich völlig und klemmen oft als Schutz die Beine zusammen. Sie können auch nicht gynäkologisch untersucht werden. Die Anspannung der Muskulatur führt in der Regel zu Schmerzen. Beim Vaginismus handelt es sich um einen psychischen Abwehrreflex auf Grund einer Sexualangst, die anerzogen wurde oder auf unangenehme Erlebnisse zurück geht. Am ehesten tritt diese Störung bei Frauen auf, die negative Erfahrungen mit Sexualität gemacht haben oder auf Grund ihrer Vorgeschichte insgesamt Schwierigkeiten im Umgang mit Sexualität haben.

SEXUALSTÖRUNGEN: AUSWIRKUNGEN

Sexuelle Funktionsstörungen können große Auswirkungen auf eine Partnerschaft haben. Bei fehlendem Austausch der Partner, können sie auch zum Zerbrechen der Partnerschaft führen. Bei einigen Störungen, wie dem Vaginismus, ist es nicht selten, dass auch der Partner eine sexuelle Störung entwickelt. So leiden Männer von Vaginismus-Patientinnen häufig an Erektionsstörungen.

SEXUALSTÖRUNGEN: BESONDERHEITEN IM ALTER

Weder Frauen noch Männer verlieren mit dem Alter gänzlich ihr sexuelles Interesse. Oftmals nimmt zwar die Intensität des körperlichen Verlangens ab, nicht jedoch der Wunsch nach sexueller Befriedigung. Allerdings können körperliche und psychische Veränderungen die sexuelle Lust und die Orgasmusfähigkeit beeinträchtigen. Dazu gehören einerseits gesundheitliche Defizite und Nebenwirkungen von Medikamenten, andererseits die hormonelle Umstellung von Frauen nach dem Wechsel.

HORMONUMSTELLUNG NACH DEM WECHSEL

Die Hormonumstellung nach dem Wechsel bewirkt bei jeder dritten Frau eine verstärkte Trockenheit der Scheidenschleimhaut. Der sinkende Östrogenspiegel führt dazu, dass die Scheidenschleimhaut nicht mehr so stark mit Blut und Nährstoffen versorgt wird, wodurch sich die Zusammensetzung des Scheidensekrets verändert. Auch die Scheidenwand wird anfälliger für Infektionen, die beim Sex zu Schmerzen und zu Kontaktblutungen führen können.

Insgesamt läuft die Erregung langsamer ab und es dauert länger, bis ausreichend Scheidensekret gebildet wird. Eine mangelnde Feuchtigkeit trotz sexueller Erregung führt oft zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und ist ein häufiger Grund für sexuelle Zurückhaltung von Frauen nach dem Wechsel. Durch Hormonersatz in Form von Tabletten, Zäpfchen oder Cremes oder durch Gleitgele können die Betroffenen dieses Problem relativ einfach in den Griff bekommen.

HARNINKONTINENZ

Ein anderes Problem, das die sexuelle Aktivität im Alter einschränken kann, ist die Harninkontinenz. Der unkontrollierte Harnverlust kann jede Frau treffen und wird von vielen während des Geschlechtsaktes als störend oder beschämend empfunden. Harninkontinenz kann daher eine Ursache für nachlassenden sexuellen Kontakt darstellen. Die Beschwerden lassen sich durch Medikamente oder eine Operation verbessern. Daneben kann ein gezieltes Training der Beckenbodenmuskulatur helfen.

GYNÄKOLOGISCHE OPERATIONEN

Mit dem Alter steigt der Anteil jener Frauen, die sich einer Entfernung der Gebärmutter unterziehen müssen. Dadurch können Verwachsungen im Bauchraum oder Narben zurückbleiben, die Schmerzen verursachen. Zudem fühlen sich manche Frauen nach einer solchen Operation nicht mehr als „ganze“ Frau. Diese psychische Wahrnehmung kann die Libido stark beeinflussen. Für den Geschlechtsverkehr hat die Gebärmutter jedoch keine direkte Funktion, so dass auch ohne Gebärmutter ein erfülltes Sexualleben möglich ist. Lediglich eine Entfernung der Eierstöcke kann hormonelle Auswirkungen haben, weil damit auch die Östrogenproduktion nachlässt.

In einigen Fällen können durch eine Operation auch körperliche Veränderungen des Genitaltraktes wie etwa eine verkürzte Scheide vorliegen, die das Sexualempfinden beeinflussen. Hier können manchmal andere Stellungen hilfreich sein. Daneben sind in einigen Fällen bestimmte Übungen möglich, welche die Operationsfolgen mildern.

KREBSOPERATION

Bei älteren Frauen steigt die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken. Eine Krebsoperation kann sich sehr stark auf die Sexualität in einer Partnerschaft auswirken. Einerseits können infolge einer Strahlentherapie Entzündungen in der Scheide oder andere körperliche Beeinträchtigungen auftreten, die aber meist behandelt werden können. Andererseits fühlen sich die Patientinnen oftmals selbst nicht mehr als gesunde Frau, vor allem, wenn bei einem Brustkrebs die Brust entfernt werden musste. Die körperliche Veränderung kann eine starke psychische Belastung darstellen – sowohl für die Betroffene als auch für den Partner.
Eine Krebserkrankung geht meist mit einem nachlassenden Selbstwertgefühl einher und kann die Lust auf Sex gänzlich nehmen. Treten in der Krankheitsphase trotzdem sexuelle Wünsche auf, sollten diese nicht unterdrückt, sondern als ein Zeichen des Lebenswillens gewertet werden. Einfache Maßnahmen wie die Anwendung von Gleitmitteln oder die Stimulation alternativer erogener Zonen können Krebspatientinnen einen Teil ihres Lebensgefühls zurückgeben.

INTERNISTISCHE ERKRANKUNGEN UND MEDIKAMENTE

Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes, Bluthochdruck oder Rheuma treten im Alter häufiger auf und können das sexuelle Interesse negativ beeinflussen. Die Medikamente zur Behandlung dieser Erkrankungen wirken oft selbst lustmindernd oder vermindern die Erektionsfähigkeit.

SEXUALSTÖRUNGEN: ERKENNUNG

Zur Diagnostik sexueller Funktionsstörungen beim Frauenarzt gehört zunächst die genaue Erfassung der Symptome und deren Auswirkungen. Anschließend erfolgt ein psychologisches Gespräch, in dem sowohl körperliche als auch seelische Faktoren angesprochen werden. Eine ausführliche Sexualanamnese ist der Ausgangspunkt einer Behandlung.

SEXUALANAMNESE

Die Sexualanamnese ist eine Erweiterung der gynäkologischen Anamnese. Neben körperlichen Aspekten werden auch psychische Ursachen der vorliegenden Störung ergründet. So erhält der Arzt nicht nur Informationen über die körperlichen Entwicklung in der Pubertät, die Menstruation, Verhütungsmethoden und die sexuelle Reaktionsfähigkeit, sondern auch über Erlebnisse in der Kindheit, die Sexualerziehung, die Sicht der Patientin zu ihrer Rolle als Frau, vorhandene Krisen in der Partnerschaft und über das eigene Persönlichkeitsbild.

Bereits in der Sexualanamnese können persönliche Konflikte sichtbar werden, die einer sexuellen Funktionsstörung zu Grunde liegen. Dies ist aber nur dann möglich, wenn die Patientin genug Vertrauen zu ihrem Arzt besitzt und dieser über ausreichendes Einfühlungsvermögen verfügt. Das weitere Vorgehen richtet sich nach der Art der Störung und der Bereitschaft der Patientin, selbst zu einer Veränderung beizutragen.

KÖRPERLICHE UNTERSUCHUNG

Nach der Sexualanamnese wird gegebenenfalls eine gynäkologische Untersuchung vorgenommen. Dabei können vor allem organische Ursachen von Schmerzen wie Infektionen, Operationsfolgen, Verletzungen oder anatomische Auffälligkeiten festgestellt werden. Bei Patientinnen, die unter Vaginismus leiden, ist ein besonderes Vorgehen bei dieser Untersuchung nötig.

SONOGRAPHIE (ULTRASCHALLUNTERSUCHUNG)

Die Ultraschalluntersuchung erlaubt eine genauere Analyse körperlicher Gegebenheiten. Dazu führt der Arzt einen Schallkopf in die Vagina ein und dreht diesen in verschiedene Positionen, um die gesamte Gebärmutter abzubilden. Die Schallwellen werden vom Körper reflektiert, so dass ein Bild der inneren Organe entsteht. Sie kann angewandt werden, um beispielsweise Zysten, Verwachsungen, Narben oder Geschwülste im Genitalbereich genauer zu erkennen.

VAGINAL– UND ZERVIXABSTRICH

Wenn der Verdacht auf eine Geschlechtskrankheit oder Infektion im Bereich der Vagina besteht, wird in der Regel ein Vaginal– oder Zervixabstrich genommen. Weitere Laboruntersuchungen können nötig sein, um den Verdacht zu bestätigen.

SEXUALSTÖRUNGEN: THERAPIE

Sexuelle Funktionsstörungen haben ihre Ursachen oftmals in einem mangelnden Wissen – sowohl über sexuelle Funktionen als auch über den Partner oder die Partnerin. Hinzu kommt häufig eine Scham, die eigenen intimen Vorstellungen, Wünsche und Phantasien zu offenbaren. Deshalb besteht eine Sexualtherapie zu großen Teilen in der Informationsvermittlung über die Sexualität im Allgemeinen und die Verbesserung der Kommunikation zwischen den Partnern.

Eine Störung, der in erster Linie psychische Faktoren zu Grunde liegen, sollte gemeinsam mit dem Partner behandelt werden. Grundlage hierfür ist die Bereitschaft beider Partner, die Beziehung trotz bestehender Probleme fortzuführen und gemeinsam an den Schwierigkeiten zu arbeiten. Stellt sich heraus, dass die sexuellen Störungen Ausdruck grundsätzlicher Beziehungsprobleme sind, sollten die Betroffenen eine Paartherapie aufsuchen, da die alleinige Behandlung der sexuellen Schwierigkeiten wenig erfolgreich sein wird.

Eine Sexualtherapie hat im Allgemeinen folgende Ziele:

  • Entlastung von sexuellem Leistungsdruck
  • Abbau von Angst- und Schamgefühlen
  • Verbesserung der eigenen Körperwahrnehmung
  • Verbesserung der Wahrnehmung eigener sexueller Bedürfnisse
  • Verbesserung der Partnerkommunikation in der Sexualität


  • Bei vielen Paaren kann bereits eine vor der eigentlichen Therapie statt findende Informationsphase hilfreich sein. Dabei klärt der Therapeut darüber auf, welche Bandbreite Sexualität besitzen kann und welche Faktoren sich negativ auswirken können. Diese Phase kann auch die Aufklärung eines Paares über verschiedene sexuelle Techniken beinhalten, etwa durch Videos oder anderes Anschauungsmaterial. Dabei soll das Paar auch lernen, miteinander über das Tabuthema Sex zu sprechen die eigenen Vorstellungen und Wünsche zu formulieren. So können bereits übersteigerte Erwartungen aufgedeckt und bearbeitet werden und im Einzelfall eine weitere Therapie bereits überflüssig machen.

    Folgende Therapiemöglichkeiten gibt es:

  • Sensualitätstraining nach Masers und Johnson
  • Konfliktzentrierte Gesprächspsychotherapie
  • Therapie der Libidostörung
  • Therapie der Erregungsstörung
  • Therapie der Orgasmusstörung
  • Therapie des Vaginismus
  • Therapie organisch bedingter Sexualstörungen
  • SENSUALITÄTSTRAINING NACH MASTERS UND JOHNSON

    Die klassische Sexualtherapie ist ein von den amerikanischen Sexualforschern William Howell Masters und Virginia Eshelman Johnson entwickeltes Verfahren, das speziell den Abbau von Erwartungsängsten zum Ziel hat. Sie wird auch als Sensualitätstraining bezeichnet und eignet sich für Patienten, bei denen Angstgefühle und Leistungsdruck die sexuelle Lust oder Erregbarkeit dämpfen. Mittels dieser Therapie lassen sich oft Libidostörungen, sexuelle Erregungsstörungen, Orgasmusstörungen oder auch psychisch bedingte Schmerzsymptome behandeln. Die Therapie ist eine Paartherapie, bei der beide Partner zusammen arbeiten, um ihr sexuelles Genussempfinden zu steigern.

    In der ersten Phase stimulieren sich die Partner zunächst durch Streicheln, wobei erogene Zonen wie die Genitalien, Brüste oder Po tabu sind. Dabei sollen die Partner abwechselnd eine aktive oder eine passive Rolle einnehmen, also nur Zärtlichkeiten geben und anschließend nur empfangen. Dabei ist besonders darauf zu achten, Störfaktoren, die ein völliges Entspannen verhindern, auszuschalten.

    Im zweiten Schritt soll der jeweils passive Partner die Hand des anderen führen. Erst jetzt ist das Berühren der Geschlechtsorgane erlaubt. Es soll zu sexueller Erregung, aber noch nicht zum Geschlechtsverkehr kommen, um Erwartungsängste abzubauen. Schließlich sollen sich die Betroffenen spielerisch dem Geschlechtsverkehr nähern. Erst wenn beide Partner dazu bereit sind, sollen sie den Koitus vollziehen. So kann etwa die Frau den Penis ihres Partners einführen und durch kleine Bewegungen herausfinden, welche Position sie als besonders lustvoll erlebt

    KONFLIKTZENTRIERTE GESPRÄCHSPSYCHOTHERAPIE

    Bei vielen sexuellen Dysfunktionen (Libidostörung, Orgasmusstörung, Sexualschmerzen und Vaginismus) hat sich auch die konfliktzentrierte Gesprächspsychotherapie bewährt. Sie versucht die partnerschaftlichen Konflikte zu ergründen, die für die sexuelle Störung verantwortlich sind.

    Bei der konfliktzentrierten Gesprächspsychotherapie spielt das Aussprechen von Problemen eine Schlüsselrolle. Durch die wiederholte Bearbeitung des Konflikts, verändert die Patientin ihre eigene Einstellung dazu. Das Ziel der Therapie ist ein gestärktes Selbstbewusstsein, das eine größere innere und äußere Sicherheit gegenüber der Umwelt bietet. Die Patientin reagiert schließlich mit Einverständnis oder Ablehnung auf die auslösenden Faktoren des Konflikts und kann so durch ihre eigene Handlungsweise zur Problemlösung beitragen.

    Für einige Patientinnen ist es bereits hilfreich, wenn sie über sexuelle Funktionen ihres eigenen Körpers aufgeklärt werden. Eine Bestärkung zur Masturbation, Beratungen über spezielle Positionen beim Geschlechtsverkehr oder die Notwendigkeit einer ausreichenden Stimulierung vor dem Verkehr kann im Einzelfall bereits genügen, um das vorliegende Problem zu beheben. Vielen Frauen mit sexuellen Problemen fällt es schwer, sich selbst als sexuelle Wesen zu erfahren und zu akzeptieren. Sie stehen ihrem eigenen Körper distanziert gegenüber, wodurch auch beim Geschlechtsverkehr mit dem Partner Probleme auftreten. Eine Annahme der eigenen sexuellen Bedürfnisse ist oft der entscheidende Schritt für eine Verbesserung bestehender Probleme.

    THERAPIE DER LIBIDOSTÖRUNG

    Alltagsstress oder die Geburt eines Kindes führen bei vielen Paaren zu einem Nachlassen der Lust. Eine Mutter wird durch ein Kind emotional und körperlich in ganz anderer Weise in Anspruch genommen als vorher. Der Partner versteht die Diskrepanz zwischen der beteuerten Lust, mit ihm zu schlafen, und der fehlenden Energie oftmals nicht. Vielen Paaren kann bereits ein bewusst gemeinsam verbrachter Abend pro Woche weiterhelfen, an dem sich das Paar gezielt Zeit füreinander nimmt und für andere nicht zu erreichen ist. Der Abend sollte nicht zwangsläufig den Geschlechtsverkehr zum Ziel haben, um keinen Druck aufzubauen. Er kann auch mit einem gemeinsamen Essen oder anderen Aktivitäten verbracht werden. Wichtig ist, dass das Paar ungestört ist und die Bedürfnisse und Empfindungen des anderen bewusst wahrnimmt und als Erfahrung verstanden wird, neue Seiten am eigenen Partner zu entdecken. Dies kann oft schon ausreichen, um auch die Lust aufeinander wieder zu entfachen.

    Eine psychotherapeutische Behandlung kann durch Medikamente ergänzt werden. Präparate mit einer Komponente des körpereigenen Botenstoffes Dopamin aktivieren das Zentralnervensystem und können eine luststeigernde Wirkung haben oder sexuelle Phantasien, Träume oder den Genuss von Sex verstärken. Ein Medikament alleine hilft nicht weiter, da viele Patientinnen Probleme haben, ihre gesteigerte Lust in konkrete Handlungen umzusetzen. Daher sind luststeigernde Präparate als alleinige Therapie für Frauen ungeeignet. Die Sexualität ist bei Frauen viel stärker mit emotionalen und gedanklichen Prozessen verbunden als bei Männern. Zu einer erfolgreichen Behandlung gehört deshalb eine stabile Beziehung und eine offene Kommunikation über die Sexualität beider Partner. Der Glaube, die Einnahme eines Präparates würde eine sexuelle Funktionsstörung sofort beseitigen, ist in der Regel falsch.

    THERAPIE DER ERREGUNGSSTÖRUNG

    Eine auf körperliche Komponenten beschränkte sexuelle Erregungsstörung tritt nur selten auf. Ursachen dafür können eine genitale Durchblutungsstörung, eine mangelnde Feuchtigkeitsproduktion trotz sexueller Lust, ein Östrogenmangel oder Nebenwirkungen eines Antidepressivums darstellen. Ist dies der Fall, lässt sich die Erregungsstörung durch Gleitcremes, lokale Östrogentherapie, durch Cremes oder Zäpfchen oder dem Einsatz von Apomorphin, Testosteronsalben oder anderen Medikamenten behandeln. Bei dem Einsatz solcher Medikamente zum Zwecke der Luststeigerung muss besonders sorgfältig auf mögliche Nebenwirkungen geachtet werden.

    Liegt der Erregungsstörung aber eine psychische Ursache zugrunde, sollte die Behandlung mittels eines Sensualitätstrainings oder der konfliktzentrierten Gesprächspsychotherapie erfolgen.

    THERAPIE DER ORGASMUSSTÖRUNG

    Besonders bei jungen Frauen kann bereits eine Beratung und Aufklärung erfolgreich sein. Viele wissen nicht, dass der Orgasmusfähigkeit ein Lernprozess vorangeht. Mit zunehmender sexueller Erfahrung nimmt in der Regel auch die Orgasmusfähigkeit im Laufe des Lebens zu. Liegt der Orgasmusstörung eine starke Hemmung der Frau zu Grunde, die mit Schuldgefühlen oder Ängsten einhergeht, wird der Patientin meist empfohlen, den Orgasmus zunächst durch Selbstbefriedigung kennen zu lernen. Dabei können Hilfsmittel wie Vibratoren oder Duftöle eingesetzt werden. Zudem sollten die Patientinnen über die luststeigernde Wirkung von sexuellen Phantasien, Bild- und Filmmaterial aufgeklärt werden – verbunden mit der Information, dass Schuldgefühle dabei unbegründet sind. Die Selbstbefriedigung ist ein anerkannter Teil der Sexualberatung.

    Negative Gefühle der eigenen Sexualität gegenüber müssen durch Gespräche abgebaut werden. Insgesamt gilt es, die Kommunikation des Paares über störende und fördernde Einflüsse zu verbessern. Bereits eine verstärkte Stimulierung der Partnerin vor dem Geschlechtsverkehr, bis hin zu einer starken sexuellen Erregung, kann dazu führen, dass sie während des Sexualaktes zum Orgasmus kommt. Falsche Vorstellungen wie die, dass beide Partner gleichzeitig einen Orgasmus erleben müssen, können den Geschlechtsverkehr für die Frau unbefriedigend werden lassen. Oftmals führt bereits eine veränderte Einstellung zu sexuellen Aktivitäten von Seiten der Frau zu einer Verbesserung, wenn sie selbst die Initiative ergreift und nicht in der passiven Rolle verbleibt.

    THERAPIE DES VAGINISMUS

    Der Vaginismus ist ein starker, unbewusster Abwehrreflex, der durch langsame Gewöhnung und eine konfliktzentrierte Gesprächstherapie behandelt werden kann. Die Gewöhnung wird in der Regel durch eine gynäkologische Untersuchung eingeleitet, wenn die Patientin sich dazu bereit erklärt. Wenn es dem Arzt nicht gelingt, während der Gesprächstherapie das Vertrauen der Patientin zu gewinnen, kann auch die Gewöhnung nicht angegangen werden. Bei fehlender Motivation ist die Therapie zwecklos.

    Vaginismus-Patientinnen glauben oftmals, die eigene Scheide sei zu eng für den Penis des Partners und haben Angst vor Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Daher wird der Patientin in der Gewöhnungsphase in einer gynäkologischen Untersuchung gezeigt, dass diese Ängste unbegründet sind. Mittels eines Spekulums demonstriert der Arzt der Patientin die Dehnungsfähigkeit ihrer Scheide und veranschaulicht, dass damit keine Schmerzen verbunden sind.

    Hat die Patientin Probleme mit der Untersuchung, sollte sie selbst zu Hause versuchen, sich an die Dehnungsfähigkeit ihrer Scheide zu gewöhnen. Die Selbsterkundung kann auch in der Anfangsphase der Gewöhnung mit den eigenen Fingern erfolgen. Viele Frauen, die an Vaginismus leiden, haben Hemmungen ihre eigenen Geschlechtsorgane auf diese Weise zu berühren. Daher ist es notwendig, diese Hemmungen zuvor in der Gesprächsphase abzubauen.

    THERAPIE ORGANISCH BEDINGTER SEXUALSTÖRUNGEN

    Bei organisch bedingten sexuellen Funktionsstörungen steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. Ein Östrogenmangel nach der Menopause oder nach der Entfernung der Eierstöcke, der durch eine mangelnde Feuchtigkeitsproduktion der Scheidenschleimhaut zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führt, kann lokal mit Zäpfchen oder Cremes behandelt werden. Auch Dehnungsübungen können im Einzelfall hilfreich sein. Angeborene Fehlbildungen können häufig operativ verbessert werden. Bei Problemen nach gynäkologischen Operationen helfen manchmal andere Stimulationstechniken oder andere Stellungen weiter. Ist eine Krankheit für die sexuelle Funktionsstörung verantwortlich, sollte geprüft werden, ob das zur Medikation eingesetzte Präparat das sexuelle Empfinden ebenfalls negativ beeinflusst. Gegebenenfalls ist ein Umstieg auf ein nebenwirkungsärmeres Medikament zu erwägen.

    SEXUALSTÖRUNGEN: PROGNOSE & VERLAUF

    Die Mehrzahl weiblicher Sexualstörungen wird durch eine Paartherapie mit Gewichtung individueller Elemente behandelt. Oftmals kann bereits eine umfangreiche Information und eine Kommunikation über die Probleme eines Paares zu einer deutlichen Verbesserung führen. Auch beim Vaginismus ist die Prognose für die Mehrzahl der Fälle ausgesprochen günstig, selbst bei Paaren, die schon seit vielen Jahren verheiratet sind. Der Erfolg liegt hier bei etwa 90%, wobei in der Regel fünf bis zehn Sitzungen ausreichen.

    Auf Grund des komplexen Zusammenspiels vieler Faktoren ist die Behandlung im Einzelfall sehr unterschiedlich und stark von der Motivation und Zusammenarbeit der Partner abhängig. Im Extremfall kann eine Gesprächspsychotherapie auch solche grundlegenden Paarkonflikte zu Tage fördern, dass die Beziehung daran zerbricht.

    SEXUALSTÖRUNGEN: VORSORGE

    Um organische Ursachen einer sexuellen Funktionsstörung auszuschließen, sollten Frauen sich regelmäßig gynäkologisch untersuchen lassen. Wichtig ist, dass ein Vertrauensverhältnis zum behandelnden Arzt oder der Ärztin besteht, so dass Probleme auch angesprochen werden.

    Eine allgemeine körperliche Fitness trägt auch zu einer gesunden Sexualität bei. Faktoren wie starker Alkoholgenuss, Zigaretten oder Bewegungsmangel können dagegen sexuelle Funktionsstörungen begünstigen. Zu einer gezielten Vorsorge kann auch die Information, das Kennenlernen des eigenen Körpers und eine selbstbewusste Einstellung gegenüber der eigenen Sexualität gehören. Der offene Umgang mit sexuellen Themen in einer Beziehung und die Äußerung sexueller Wünsche ist der beste Weg, um Missstimmungen und Problemen im Bett vorzubeugen.


    Professor Dr. Christian Stief ist Facharzt für Urologie

    Beratender Experte

    Professor Dr. Christian Stief ist Facharzt für Urologie. Er habilitierte sich 1991 an der Medizinischen Hochschule Hannover. Seit 2004 steht er als Direktor der Urologischen Klinik des Klinikums der Universität München vor. Er ist Herausgeber mehrerer deutsch- und englischsprachiger wissenschaftlicher Bücher und war von 2006 bis 2012 Mitherausgeber der Fachzeitschrift European Urology. Seit 2018 ist er Mitglied des Medizinausschusses des Wissenschaftsrates der Bundesregierung und der Bundesländer.

     

    Dr. Nadia Schendzielorz

    Medizinisch geprüft von: Dr. Nadia Schendzielorz

    Dr. Nadia Schendzielorz ist seit 2016 Apothekerin in unserer Online-Apotheke. Sie schloss ihr Studium der Pharmazie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn ab. Im Anschluss arbeitete sie an ihrer Dissertation an der Universität von Helsinki in Finnland und promovierte erfolgreich im Fachbereich Pharmakologie.

     

    Letzte Änderung: 27 Oktober 2020

     

    Quelle: Sexuelle Dysfunktion

    Einzelnachweise
  • Volkmar Sigusch: Sexuelle Funktionsstörungen beim Mann und bei der Frau. In: Derselbe (Hrsg.): Sexuelle Störungen und ihre Behandlung. 4. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart / New York 2007, ISBN 3-13-103944-2.
  • Erwin J. Haeberle: Sexuelle Funktionsstörungen. In: Die Sexualität des Menschen.
  • Ch. J. Ahlers, G. A. Schaefer, K. M. Beier: Das Spektrum der Sexualstörungen und ihre Klassifizierbarkeit in DSM-IV und ICD-10. In: Sexuologie, 2005.
  • Carlos E. Berganza: Advances in Diagnosis and Classification of the Sexual Disorders: I. The Sexual Dysfunctions, I Congreso Virtual de Psiquiatría 1 de Febrero – 15 de Marzo 2000.
  • T. F. Lue, R. Basson, R. C. Rosen, F. Giuliano, S. Khoury, F. Montorsi(Hrsg.): Sexual Medicine - Sexual Dysfunctions in Men and Woman. , Health Publications, Paris 2004.
  • Das Spektrum der Sexualstörungen, Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin, Universitätsklinikum Charité
  • ICD-10: Sexuelle Funktionsstörungen, nicht verursacht durch eine organische Störung oder Krankheit
  • DSM IV: Sexual Dysfunctions (Memento des Originals vom 17. Juli 2006 im Internet Archive)
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