Testosteron

Testosteron & Wirkung: Was ist Testosteron?


Was ist Testosteron ? Erklärungen eines Arztes


Das wichtigste Sexualhormon des Mannes. Testosteron macht männlich und stark, soviel wissen die meisten. Biologisch gehören sie zur Gruppe der Androgene, die Sexualhormone des Mannes. Sie lassen sich den Östrogenen bei der Frau gegenüberstellen. Testosteron ist das wirksamste Androgen, das hauptsächlich in den männlichen Keimdrüsen, den Hoden, gebildet wird. Die kontinuierliche Abnahme von Testosteron in Verbindung mit dem Alterungsprozess des Mannes steht heutzutage außer Zweifel.

Testosteronabnahme im Alter

Etwa ab dem 40. Lebensjahr nimmt das im Blut zirkulierende freie Testosteron jährlich um 1,2 % ab. Bei hoher interindividueller Streuung bedingt die durchschnittliche Verminderung des Blutspiegels von Testosteron, dass ab dem 50. Lebensjahr bei etwa 20 bis 30 % der Männer ein Androgenmangel auftritt.



Aber Vorsicht: auch andere Faktoren führen zu einer Resuktion der Testosteronausschüttung, wie z. B.

  • Stress
  • Nikotin
  • Übergewicht
  • Alkohol
  • Belastungen oder Befindlichkeitsstörungen
  • Anzeichen für Testosteronmangel

Die ersten Anzeichen eines Testosteronmangels können bereits um das 40. Lebensjahr auftreten, obwohl die typischen Symptome bei der Mehrzahl der Fälle erst nach dem 50. Lebensjahr beschrieben werden.



Mit erniedrigten Testosteronspiegeln werden zahlreiche Symptome und nachteilige Veränderungen in Verbindung gebracht:

  • Herabgesetzte Muskelkraft
  • verringerte Knochendichte
  • Neigung zu Fettleibigkeit
  • Verminderung von Libido und sexueller Aktivität
  • Verstimmung
  • Leistungsabfall
  • Antriebsminderung
  • Wohlbefindlichkeitsstörungen
  • Hitzewallungen (Schweißausbrüche)
  • nachlassende Schlafqualität

Das Auftreten eines oder mehrerer der genannten Symptome in Verbindung mit erniedrigten Testosteronwerten im Blut muss nicht mehr als Selbstverständlichkeit hingenommen werden. Es gibt inzwischen zahlreiche wirksame Therapieoptionen.

Im Alter ändert sich neben der Hormonkonzentration auch die Tagesrhythmik der Hormonsekretion. Die morgendliche Ausschüttung von Testosteron, die bei jungen Männern zu dieser Tageszeit etwa 20 Prozent beträgt, ist nicht mehr so deutlich.


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Zusammengefasst: Der Testosteronwert

Ein reduzierter Testosteronwert ist häufig assoziiert mit Stoffwechsel- und Herz-Kreislaufproblemen, dazu zählt auch das erhöhte Risiko einer Zuckererkrankung (Diabetes, Fettleibigkeit, erhöhte Blutfettwerte). Derartige Erkrankungen oder Veränderungen treten dann auf, wenn Männer einen höheren Testosteronlevel hatten, der dann langsam abgesunken ist. In einer groß angelegten, internationalen Studie wurde bei Männern zwischen dem 40. und 75. Lebensjahr der Testosteronwert bestimmt und es wurde gemessen, wie hoch das 10-Jahre-Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und sonstige assoziierte Erkrankungen ist. Dabei wurde der Cut-off-Wert (Grenzwert) festgestellt. Außerdem konnten die Wissenschaftler zeigen, dass Männer mit einer gestörten Sexualfunktion (Erektionsstörungen oder eine Reduktion in der Libido) ein signifikant erhöhtes Risiko hatten, eine Herzerkrankung zu bekommen. Wichtig hierbei ist: Man spricht heute in der Medizin von hypogonadalen Männern, wenn die Testosteronblutwerte niedrig sind und entsprechend definierte Symptome vorhanden sind.

In einer weiteren wissenschaftlichen Studie wurde die Gesamt-Mortalitätsrate (Rate der Sterblichkeit an allen Todesursachen zusammengenommen) in Abhängigkeit vom Testosteronwert untersucht. In einer Kohortenstudie mit mehreren 10.000 Männern konnte gezeigt werden, dass Männer mit guten Testosteronwerten ein geringeres Risiko zu versterben hatten.

Beeinflusst Soja die sexuelle Gesundheit?

In der Praxis wird häufig die Frage gestellt, ob der Konsum von Soja einen Einfluss auf den Testosteron-Haushalt des Mannes hat. Die Antwort lautet: Nein! Soja hat keinen Effekt auf den Testosteron-Haushalt des Mannes. Das konnte in mehreren wissenschaftlichen Studien gezeigt werden. Wohl aber haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Soja den Blutcholesterinwert senken kann.

Der Hintergrund: Soja und Sojaprodukte erfreuen sich wachsender Beliebtheit. In der Folge befürchten viele Männer, dass die verstärkte Aufnahme des Naturprodukts den männlichen Testosteronspiegel senken könnte. Denn Soja ist ein Isoflavon, also ein Phytoöstrogen, und damit eine pflanzliche Komponente, die sich wie das weibliche Hormon Östrogen verhält. Und Männer möchten verständlicherweise keine wesentlich erhöhten Östrogenwerte haben. In dem Glauben, dass Soja den Testosteronlevel senken könnte oder dass es infolge eines erhöhten Konsums zu einer reduzierten Libido, erektiler Dysfunktion, Verlust von Muskelmasse, Depression, Erschöpfung oder auch Osteoporose kommen könnte, schrecken viele Männer folglich davor zurück, Phytoöstrogene in großen Mengen zu sich zu nehmen. Doch die Befürchtungen sind unbegründet. In einer Metaanalyse aller wissenschaftlichen Studien konnte gezeigt werden, dass der Konsum von Soja bei Männern nicht zu einer Reduktion des Königshormons führt. Greifen Sie also weiterhin gern zu Sojaprodukten!

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Können Chemikalien zu sexuellen Problemen führen?

Viele Männer fragen sich, ob Chemikalien einen Effekt auf die sexuelle Gesundheit haben können. Die Antwort lautet: Ja, das ist möglich. In einer Studie konnte nachgewiesen werden, dass Produkte, die Phthalat enthalten, eine Reduktion des Testosteronwerts hervorrufen können. Die Phthalate – das sind Chemikalien, die dazu verwendet werden, Plastikprodukte weicher zu machen. Das können zum Beispiel Duschvorhänge und Spielzeug, aber auch Verpackungen für Nahrungsmittel sein. Phthalate können auch in Shampoos und Seifen enthalten sein. In einer groß angelegten Studie wurde nachgewiesen, dass die Urinwerte zeigen, ob eine Person vermehrt Phthalaten ausgesetzt wurde. Männer mit erhöhten Urinwerten hatten niedrigere Testosteronwerte. Weiterhin zeigt die Studie, dass insbesondere Jungs, die in der Pubertät hohe Testosteronwerte benötigen, durch die Exposition von Phthalaten reduzierte Testosteronwerte hatten.

Eine weitere, oftmals unterschätze Chemikalie ist Bisphenol-A (BPA). Auch diese Substanz ist einigen Verpackungen zu finden, zum Beispiel in Plastikflaschen und Dosen. Die Substanz kann dadurch in das Essen oder das Getränk gelangen. In einer großen Studie konnte gezeigt werden, dass Menschen, die höheren BPA-Werten ausgesetzt waren, häufiger sexuelle Probleme entwickelten. Die genauen Zusammenhänge sind allerdings noch nicht wissenschaftlich untersucht und festgestellt worden.

Kann ein Testosteronausgleich bei Männern mit Anämie zu mehr roten Blutkörperchen im Körper führen?

Das Testosteron im Knochenmark regt die Produktion von roten Blutkörperchen an. Daraus folgt, dass ältere Männer häufiger an Blutarmut der roten Blutkörperchen (Anämie) leiden. In Studien konnte gezeigt werden, dass fast jeder zehnte ältere Mann davon betroffen ist. Als Ursache für eine Anämie kommen aber auch Eisenmangel, eine unzureichende Vitamin-B12-Versorgung, chronische Niereninsuffizienz (eine anhaltende Schädigung der Nierenfunktion) und andere Erkrankungen wie etwa chronische Entzündungen im Körper infrage.

Nach einem Testosteronausgleich lässt sich häufig ein Anstieg der roten Blutkörperchen (Hämoglobin) feststellen. Daher muss der Arzt bei Männern, die eine Testosterontherapie zum Ausgleich ihres Mangels erhalten, in regelmäßigen Abständen die Blutwerte des Hämoglobins bestimmen. In seltenen Fällen kommt es dazu, dass die Produktion der roten Blutkörperchen so angeregt ist, dass die Fließeigenschaft (Viskosität) des Bluts negativ beeinflusst wird.

Der Effekt, dass Testosteron einen positiven Einfluss auf die Produktion der roten Blutkörperchen hat, lässt sich bei Männern mit einer Anämie positiv nutzen. Wenn diese auch einen Testosteronmangel haben (dieser muss beim Arzt mindestens zweimal nachgewiesen werden), kann eine entsprechende hormonelle Substitutionstherapie nicht nur zur Verbesserung von anderen Symptomen, sondern auch zu einer Erhöhung der roten Blutkörperchen führen.

Ein signifikant ausgeprägter Mangel an roten Blutkörperchen kann Müdigkeit und Schlappheit zur Folge haben, da die Zellen nicht mit genügend Sauerstoff versorgt werden. Die körperliche und die geistige Leistungsfähigkeit lässt teilweise ebenfalls zu wünschen übrig. Eine entsprechende Therapie kann zu einer Verbesserung der Symptomatik führen. Voraussetzung: eine Grunddiagnose, um die Ursache der Anämie festzustellen.


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Erstaunliche Studienergebnisse bezüglich Testosteron und einer gutartigen Prostatavergrößerung (BPH)

Eine gutartige Prostatavergrößerung (auch BPH genannt, was für „Benigne Prostata Hyperplasie“ steht) beziehungsweise LUTS (steht für „Lower Urinary Tract Symptoms“ und ist der Oberbegriff für verschiedene Beschwerden die Harnblase betreffend) sind gesundheitliche Veränderungen beim Mann, die mit zunehmendem Alter auch entsprechende unangenehme Symptome beim Wasserlassen verursachen können. Betroffene müssen beispielsweise nachts häufig aufstehen, um die Toilette aufzusuchen, oder werden tagsüber oft mit einem plötzlichen Harndrang konfrontiert. Da es Androgen Rezeptoren (AR) im Prostatagewebe gibt, ist es möglich, die dortigen Zellen mit Hilfe von Testosteron zu beeinflussen.

Grundsätzlich sind Androgene als männliche Geschlechtshormone – von denen wiederum Testosteron der wohl bekannteste Vertreter ist – in das Wachstum der Prostata involviert. Zu einer Prostatavergrößerung kommt es in der Regel übrigens dreimal im Leben eines Mannes: das erste Mal als Embryo, das zweite Mal während der Pubertät, und das dritte Mal ab dem 40. Lebensjahr, wenn der physiologische Alterungsprozess beginnt.

Bei den ersten beiden „Wachstumsereignissen“ spielt Testosteron eine entscheidende Rolle. Ungefähr ab der achten fötalen Woche erhöht sich bei männlichen Föten der Testosteronspiegel; bis etwa zur 16. Fötus-Woche erreicht er langsam sein Maximum, eher er sich langsam wieder senkt bis zur Geburt. Noch deutlich vor der eigentlichen Pubertät gibt es übrigens auch eine sogenannte Mini-Pubertät: Etwa sechs Monate nach der Geburt erhöht sich bei Jungs der Testosteronspiegel. Später sind die Testosteronblutspiegel während der Kindheit nicht mehr nachzuweisen. Testosteron spielt erst wieder eine große Rolle, wenn ein Junge in die Pubertät kommt. Im Körper findet dann die Virilisation statt, was mit „Vermännlichung“ übersetzt werden kann. Zur Virilisation gehört, dass sich die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale herausbilden. Dazu gehören beispielsweise das Wachstum von Hoden, Penis und Bart sowie eine Zunahme der Muskulatur. Salopp lässt sich das umschreiben mit dem Satz: Der Knabe wird zum Mann.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Gewicht der Prostatadrüse: Bei der Geburt wiegt sie ungefähr zwei Gramm. Im anfänglichen Stadium der Pubertät erreicht sie ein Gewicht von etwa zehn Gramm, und nach der Pubertät wiegt sie 20 Gramm. In Relation zu anderen Organen wächst die Prostata auch noch nach der Pubertät kontinuierlich weiter, insbesondere ab dem etwa 40. Lebensjahr.

In der Regel nimmt ja ab dem 40. Lebensjahr der Testosteronspiegel ab; vor allem das biologisch aktive Testosteron wird weniger. Zum gleichen Zeitpunkt nimmt das Prostatavolumen häufig zu. Epidemiologische Studien konnten allerdings nicht zeigen, dass der Gesamttestosteronwert im Blut mit der Größe der Prostata einhergeht. Das ist allem Anschein nach ein paradoxer Effekt, der sich so spontan gar nicht erklären lässt. Es gibt aber einige wissenschaftliche Hypothesen dazu, bei denen etwa die weiblichen Hormone (Östradiol), aber auch weitere Stoffwechselprodukte des Testosterons, nämlich DHT (Dihydrotestosteron), eine Rolle spielen.

Die Prostata scheint ein sehr leicht verletzliches Organ zu sein, was bakterielle oder auch nicht-bakterielle Infekte betrifft. Dementsprechend kann es zu unangenehmen Symptomen kommen, die als „Prostatitis“ oder „Prostadynien“ bezeichnet werden. Allem Anschein nach haben gute Testosteronwerte hier eine protektive Funktion auf solche Symptome.

In wissenschaftlichen Studien konnte gezeigt werden, dass Testosteron einen Effekt auf das Immunsystem hat. Dementsprechend kann sich bei inflamatorischen, also entzündlichen Veränderungen der Prostata – wie Beispielsweise einer Prostatitis – ein gut eingestellter Testosteronwert positiv auswirken.

Aber auch hier ist die Studienlage teilweise kontrovers. So gibt es eine Mut machende Studie, in der 15 andrologische Zentren in Italien involviert waren: Bei Männern, die von LUTS betroffen waren und gleichzeitig einen Testosteronmangel hatten, konnten mit Hilfe einer hormonellen Therapie die Probleme beim Wasserlösens deutlich reduziert werden. Es gibt aber allerdings auch eine kleine und deutlich weniger erfreuliche Studie, an der 20 adipöse Männern beteiligt waren, die ebenfalls sowohl LUTS-Symptomen als auch einen Testosteronmangel aufwiesen: Bei ihnen konnten keinerlei Verbesserungen durch eine hormonelle Substitutionstherapie erzielt werden.


Professor Dr. Christian Stief ist Facharzt für Urologie

Beratender Experte

Professor Dr. Christian Stief ist Facharzt für Urologie. Er habilitierte sich 1991 an der Medizinischen Hochschule Hannover. Seit 2004 steht er als Direktor der Urologischen Klinik des Klinikums der Universität München vor. Er ist Herausgeber mehrerer deutsch- und englischsprachiger wissenschaftlicher Bücher und war von 2006 bis 2012 Mitherausgeber der Fachzeitschrift European Urology. Seit 2018 ist er Mitglied des Medizinausschusses des Wissenschaftsrates der Bundesregierung und der Bundesländer.

 

Dr. Nadia Schendzielorz

Medizinisch geprüft von: Dr. Nadia Schendzielorz

Dr. Nadia Schendzielorz ist seit 2016 Apothekerin. Sie schloss ihr Studium der Pharmazie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn ab. Im Anschluss arbeitete sie an ihrer Dissertation an der Universität von Helsinki in Finnland und promovierte erfolgreich im Fachbereich Pharmakologie.

 

Letzte Änderung: 22 September 2020

 

Quellen:

Literatur

  • Hagemann, O.: Laborlexikon, www.laborlexikon.de (Abruf: 08.12.2017)
  • Neumeister, B. et al.: Klinikleitfaden Labordiagnostik, Elsevier/Urban & Fischer, 4. Auflage, 2009
  • Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch Online: www.pschyrembel.de (Abruf: 08.12.2017)
  • Vieten, M.: Laborwerte verstehen leicht gemacht, Trias-Verlag, 2009

 

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