Hoden

Die Hoden – Anatomie, Funktionen und Erkrankungen


Hoden genau Erklärt


Die beiden Hoden (Testes oder Testikel) sind die männlichen Keimdrüsen. Sie hängen jeweils frei beweglich am Samenstrang im Hodensack (Skrotum). In den Hoden werden beim Mann lebenslang Spermien und Testosteron produziert, das männliche Sexualhormon. Lesen Sie hier alles Wichtige über die Hoden: Anatomie, Funktion und wichtige Erkrankungen!

Zudem werden im Hoden männliche Geschlechtshormone (Androgene), vor allem das Testosteron, gebildet. Die Hoden entstehen bei Wirbeltieren embryonal in der Bauchhöhle, wandern aber bei den meisten Säugetieren in den Hodensack (das Scrotum).

Was sind die Hoden?

Die paarig angelegten Hoden (Testikel) sind ein Teil der inneren männlichen Geschlechtsorgane und die Produktionsstätten der Samenfäden (Spermien). Sie haben eine längliche Form und einen Durchmesser von durchschnittlich drei Zentimetern. Sie sind seitlich abgeflacht, etwa vier Zentimeter lang und 25 bis 30 Gramm schwer. Am oberen Ende eines jeden Hodens liegt der Kopf des Nebenhodens, an der Rückseite der Nebenhodenkörper.

Die Hodengröße variiert von Mann zu Mann und ist außerdem in der Pubertät am geringsten. Im Erwachsenenalter nimmt der Hoden an Größe zu, erreicht ein Maximum im Alter von etwa 40 Jahren und schrumpft dann ab dem 50. Lebensjahr wieder etwas. Die Hodengröße steht in keinem Zusammenhang mit dem Körpergewicht.


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Hoden: Aufbau

Die Testikel sind in ihrem Inneren durch viele Bindegewebsbalken und Scheidewände in 250 bis 300 kleine Läppchen unterteilt. Diese Läppchen (Lobuli testis) beherbergen stark gewundene, feine Röhren, die Samenkanälchen, die in ein netzartiges Kanälchensystem münden (Rete testis).

Die Samenkanälchen sind von lockerem Bindegewebe umgeben, in dem die sogenannten Zwischenzellen (Leydig-Zellen) liegen.

Welche Funktion haben die Hoden?

Die Samenkanälchen im Hoden sind mit dem Samenepithel ausgekleidet, in dessen Zellen in mehreren Schritten aus Vorstufen die Samenzellen (Spermien) gebildet werden. Diese gelangen dann über das Rete testis und weitere Kanäle in den Nebenhoden, wo sie gespeichert werden.

Außerdem produzieren die Hoden das männliche Geschlechtshormon Testosteron, und zwar in den Leydig-Zellen. Testosteron ist verantwortlich für die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale des Mannes wie zum Beispiel die tiefe Stimmlage, der Bartwuchs, die Behaarung am Kopf, den Achseln und im Schambereich. Auch die Muskelverteilung und der Knochenbau werden durch Testosteron beeinflusst.


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Wo befinden sich die Hoden?

Die Hoden liegen im Hodensack (Skrotum) – einer Hauttasche zwischen den Beinen, dem Penis und der Dammregion. Damit sind die Testikel aus der Körperhöhle ausgelagert, was für die temperaturempfindlichen Spermien wichtig ist: Im Hodensack liegt die Temperatur um etwa zwei bis zweieinhalb Grad unter der im Bauchraum (idealerweise beträgt sie konstant 34 bis 35 Grad Celsius).

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Welche Probleme können die Hoden verursachen?

Im Zuge der Embryonalentwicklung entstehen die Hoden im Bauchraum des ungeborenen Kindes und wandern dann noch vor der Geburt über den Leistenkanal in den Hodensack. Unterbleibt dieser Abstieg der Hoden, kommt es zu einem Hodenhochstand (Maldescensus testis, Bauchhoden, Leistenhoden).

Eine Entzündung des Hodens (Orchitis) wird meist durch Viren und Bakterien verursacht. In der Regel ist zugleich auch der Nebenhoden entzündet (Epididymitis). Das kombinierte Krankheitsbild wird Epididymoorchitis genannt.

Eine Krampfader am Hoden wird Varikozele oder Krampfaderbruch genannt. Sie kann unbehandelt zu Unfruchtbarkeit führen. Ebenfalls zu den Hodenerkrankungen zählt die Hydrozele (Wasserbruch). Dabei sammelt sich Flüssigkeit im Hodensack an.

Von einer Hodentorsion spricht man, wenn sich der Hoden im Hodensack am Samenstrang um seine Längsachse verdreht. Das ist extrem schmerzhaft und muss sofort behandelt werden (innerhalb von sechs Stunden), um zu verhindern, dass das Hodengewebe durch mangelnde Blutversorgung abstirbt.

Hoden-Karzinom (Hodenkrebs) tritt vor allem bei Männern unter 40 Jahren auf. Es lässt sich gut behandeln.


Professor Dr. Christian Stief ist Facharzt für Urologie

Beratender Experte

Professor Dr. Christian Stief ist Facharzt für Urologie. Er habilitierte sich 1991 an der Medizinischen Hochschule Hannover. Seit 2004 steht er als Direktor der Urologischen Klinik des Klinikums der Universität München vor. Er ist Herausgeber mehrerer deutsch- und englischsprachiger wissenschaftlicher Bücher und war von 2006 bis 2012 Mitherausgeber der Fachzeitschrift European Urology. Seit 2018 ist er Mitglied des Medizinausschusses des Wissenschaftsrates der Bundesregierung und der Bundesländer.

 

Dr. Nadia Schendzielorz

Medizinisch geprüft von: Dr. Nadia Schendzielorz

Dr. Nadia Schendzielorz ist seit 2016 Apothekerin. Sie schloss ihr Studium der Pharmazie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn ab. Im Anschluss arbeitete sie an ihrer Dissertation an der Universität von Helsinki in Finnland und promovierte erfolgreich im Fachbereich Pharmakologie.

 

Letzte Änderung: 17 September 2020

 

Quellen:

Literatur

  • Haag, P. et al.: Gynäkologie und Urologie, Medizinische Verlags- und Informationsdienste, 5. Auflage 2010/2011
  • Kirsch, J. et al.: Taschenlehrbuch Anatomie, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2010
  • Klinke, R. & Silbernagl, S.: Lehrbuch der Physiologie, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2005
  • Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, Walter de Gruyter Verlag, 262. Auflage, 2002
  • Waldeyer, A.: Anatomie des Menschen, Walter de Gruyter Verlag, 17. Auflage, 2002

 

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