Klitoris

Die Klitoris – weibliches Zentrum der Lust


Die Klitoris der Frau ist das weibliches Zentrum der Lust


Außer Frauen Lust zu bereiten hat die Klitoris keine Funktion

Der sichtbare Teil der Klitoris, auch Kitzler oder Klitorisperle genannt, liegt oberhalb des Scheideneingangs ziemlich zentral zwischen den großen Schamlippen und über dem Ansatz der kleinen Schamlippen. Der Organkomplex ist aber viel größer als sein sichtbarer Teil – und ähnelt im Aufbau dem Penis.

Anders als ihr männliches Pendant dient die Klitoris als einziges menschliches Organ ausschließlich dem Lustempfinden. Vielleicht wurde sie deswegen so lange Zeit medizinisch weitgehend vernachlässigt.

Der Aufbau der Klitoris

Die Klitoris ist nicht nur ein „am vorderen Ende der kleinen Schamlippen gelegenes Organ“, wie das der Duden der medizinischen Fachbegriffe 2014 erklärt.

Denn: Im Prinzip sieht man mit der Klitorisperle nur „die Spitze des Eisbergs“, die hochsensible Eichel (Glans). Die ganze Klitoris ist etwa zehn Zentimeter lang und besteht aus

  • Muskeln,
  • Bändern,
  • Schwellgewebe,
  • Drüsen,
  • Nerven
  • und Blutgefäßen.


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Die Klitorisperle oder Eichel

Kein anderes menschliches Organ ist derart dicht mit Nervenfasern versorgt wie der Kitzler: Bis zu 8.000 Nervenendungen treffen in der Klitoris-Eichel zusammen. Damit ist die nervliche Versorgung dichter als jene der menschlichen Zunge und sogar dichter als jene der männlichen Eichel.

Um das hochempfindliche Organ entsprechend zu schützen, ist die Klitoris-Eichel von einer Vorhaut bedeckt. Eine direkte Berührung ist erst möglich, wenn die Vorhaut (Präputium) zurückgezogen wird. Ob sich das gut anfühlt, ist von Frau zu Frau verschieden und kann sich auch mit der Erregung verändern.

Die innere Klitoris

Im Inneren besteht die Klitoris aus einem weitläufigen, paarig angelegten Schwellkörpergewebe, das zwei Klitorisschenkel und zwei zwiebelförmige Schwellkörper umfasst. Die innere Klitoris ist demnach ein Schwellkörpersystem, zu dem die untere Harnröhre, die Öffnung der Vagina und der Damm gehören. Ähnlich wie der Penis hat auch eine Klitoris eine Drüse, eine Vorhaut, Schwellkörper und einen kleinen Schaft. Dieser schwillt an, wenn die Klitoris erregt wird.

Wo befindet sich die innere Klitoris?

Der größte Teil des weiblichen Lustorgans liegt im Inneren des Beckens, wie Untersuchungen der australischen Urologin Helen O’Connell 1998 erstmals aufgedeckt haben.

Die Klitorisschenkel sind 6 bis 9 cm lang, reichen tief ins Becken und vereinigen sich vor dem Schambein zum Klitorisschaft. Die beiden zwiebelförmigen Schwellkörper schmiegen sich teilweise an die Vorderwand der Vagina und umschließen den Scheidenvorhof elastisch. Daher kann auch bei vaginalem Sex eine klitorale Stimulierung erfolgen.

Schenkel und Schwellkörper bilden eine besonders erogene Zone rund um die Harnröhre und den Scheideneingang.


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Klitoraler und vaginaler Orgasmus

Früher wurde bei Frauen zwischen dem „vaginalen“ Orgasmus, der durch Bewegungen des Penis in der Scheide erreicht wird, und dem „klitoralen“ Orgasmus, der durch Stimulation der Klitoris-Eichel herbeigeführt wird, unterschieden.

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Diese Unterscheidung scheint zunehmend an Bedeutung zu verlieren, da Forscher davon ausgehen, dass an jedem Orgasmus die Erregung klitoraler Nervenfasern beteiligt ist. So wird letztlich auch der vaginale Orgasmus von der klitoralen Stimulation beeinflusst. Denn auch das Scheidengewebe selbst ist kaum mit Nervenfasern versorgt, was im Hinblick auf die mechanische Beanspruchung beim Geburtsvorgang durchaus sinnvoll erscheint.

Im Unterschied zum Schwellkörper des Penis schwillt das klitorale Gewebe nach dem Orgasmus viel langsamer ab, es bleibt daher länger aktiv und bildet damit die Voraussetzung für multiple Orgasmen.

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Klitoris und G-Punkt

Einige Sexualwissenschafter sind der Meinung, dass der innere Teil der Klitoris, der eng mit dem umgebenden Gewebe verbunden ist, als „der G-Punkt“ angesehen werden kann. Sie mutmaßen, dass es sich bei diesem erogenen Lustfleck nicht, wie bisher angenommen, um ein von der Klitoris unabhängiges Areal handelt, sondern vielmehr um genau jenen Teil der Vaginalwand, der an drei Seiten dicht von klitoralem Gewebe umgeben ist.

Embryonalentwicklung der Klitoris

Entwicklungsgeschichtlich gehen Kitzler und Penis aus der gleichen genitalen Anlage hervor. Die Geschlechtsanlagen sehen bei weiblichen und männlichen Föten bis zur 8. Schwangerschaftswoche gleich aus.

Erst im Laufe der weiteren Entwicklung sorgen Hormone und andere Faktoren dafür, dass sich die bipotenzielle Anlage in eine bestimmte Richtung entwickelt:

So beginnen männliche Föten Testosteron zu produzieren, unter dessen Einfluss Penis und Hoden heranwachsen.
Bei weiblichen Föten bleibt die Testosteronproduktion aus, es entwickeln sich Klitoris, Vagina, Gebärmutter und Eierstöcke.

Klitorishypertrophie und Intersexualität

Produziert ein weiblicher Fötus aufgrund eines angeborenen Enzymdefekts dennoch männliche Geschlechtshormone, so wird der Fötus trotz weiblicher Chromosomen männliche Merkmale entwickeln.

Solche Veränderungen werden in der Fachsprache als intrauterine Virilisierung (Vermännlichung) bezeichnet. Sie gehen in leichten Fällen mit einer Klitorishypertrophie, also einer anatomisch ungewöhnlich großen, penisähnlichen Klitoris (Penisoid) einher.

In schweren Fällen kann es so weit kommen, dass das äußere Geschlecht gar nicht mehr als weiblich erkennbar ist, obwohl Gebärmutter und Eierstöcke vorhanden sind. Hierbei handelt es sich um einen weiblichen Pseudohermaphroditismus („scheinbarer“ Zwitter), bei dem das äußere Geschlecht und die sekundären Geschlechtsmerkmale nicht mit dem chromosomalen Geschlecht und den inneren Geschlechtsorganen übereinstimmen.

Chirurgische Änderung

Eltern dieser Kinder wurden früher sehr oft dazu gedrängt, das äußere Geschlecht des Kindes möglichst früh der genetischen Bestimmung chirurgisch anpassen zu lassen. Heute werden derartige Geschlechtskorrekturen häufiger nur mehr bei Erwachsenen auf eigenen Wunsch vorgenommen, wenn medizinisch keine Notwendigkeit besteht. Da das Geschlecht einen großen Teil der Identität ausmachen kann, sollte über die Geschlechtszuordnung nur der/die Betroffene selbst entscheiden.

Spätere Ursachen

Nicht in jedem Fall ist die Ursache einer Klitorishypertrophie ein angeborener Enzymdefekt. Die Ursache kann auch später im Leben erworben werden. Diagnosen wie das polyzystische Ovarialsyndrom, androgenbildende Tumoren oder eine Reihe von seltenen Syndromen nicht-hormonellen Ursprungs kommen hier in Betracht. Die Behandlung der Grunderkrankung steht dabei im Vordergrund.


Professor Dr. Christian Stief ist Facharzt für Urologie

Beratender Experte

Professor Dr. Christian Stief ist Facharzt für Urologie. Er habilitierte sich 1991 an der Medizinischen Hochschule Hannover. Seit 2004 steht er als Direktor der Urologischen Klinik des Klinikums der Universität München vor. Er ist Herausgeber mehrerer deutsch- und englischsprachiger wissenschaftlicher Bücher und war von 2006 bis 2012 Mitherausgeber der Fachzeitschrift European Urology. Seit 2018 ist er Mitglied des Medizinausschusses des Wissenschaftsrates der Bundesregierung und der Bundesländer.

 

Dr. Nadia Schendzielorz

Medizinisch geprüft von: Dr. Nadia Schendzielorz

Dr. Nadia Schendzielorz ist seit 2016 Apothekerin. Sie schloss ihr Studium der Pharmazie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn ab. Im Anschluss arbeitete sie an ihrer Dissertation an der Universität von Helsinki in Finnland und promovierte erfolgreich im Fachbereich Pharmakologie.

 

Letzte Änderung: 22 September 2020

 

Quellen:

Literatur

  • O’Connell HE, Sanjeevan KV, Hutson JM: Anatomy of the clitoris. J Urol 2005 Oct; 174: 1189-95
  • Wilson JD et al: Formation of sexual phenotypes. The Endocrinologist 2003; 13: 205-207 D. Michalk, E. Schönau: Differentialdiagnose Pädiatrie. Elsevier 2004, S. 77
  • Pelzer V, Holthusen U: Vulvaveränderungen im Kindes- und Jugendalter. Aus Korasion 1/2001
  • Milou D. Bekker, Cornelis R. C. Hogewoning, Chris Wallner, Henk W. Elzevier, Marco C. De Ruiter: The somatic and autonomic innervation of the clitoris; preliminary evidence of sexual dysfunction after minimal invasive slings. University Medical Center, Leiden, S. 23–41, Volltext. (PDF).
  • Vincent Di Marino, Hubert Lepidi: Anatomic study of the clitoris and the bulbo-clitoral organ. Springer, Heidelberg 2014, ISBN 978-3-319-04893-2 (eingeschränkte Sicht bei Google-books).
  • Vincenzo Puppo: Anatomy of the Clitoris: Revision and Clarifications about the Anatomical Terms for the Clitoris Proposed (without Scientific Bases) by Helen O’Connell, Emmanuele Jannini, and Odile Buisson. In: ISRN Obstetrics and Gynecology. Band 2011, 2011, S. 1–5, doi:10.5402/2011/261464.
  • Kim Wallen, Elisabeth A. Lloyd: Clitoral variability compared with penile variability supports nonadaptation of female orgasm. In: Evolution & Development, 2008, Band 10, Nr. 1, S. 1–2, Volltext. (PDF).

 

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